Test und Technik

Die Unkomplizierte

KTM 1090 Adventure

02.08.2017 21:39 (tk/ps)

Die derzeit vernünftigste und preiswerteste KTM Adventure wurde mit der Euro 4-Homologation entfesselt und drückt nun 30 PS mehr ab. Damit hebt sie sich von der Konkurrenz in der Reiseenduro-Mittelklasse ab.

Die Basis-Adventure von KTM wurde kräftiger. Bis anhin war die 1050 Adventure die budgetbewusstere, unkompliziertere und dank schmälerem Hinterreifen auch handlichere Version der 1190 Adventure. Sie war als Einstiegsmodell ausgelegt, gedros­selt, drehte nur bis rund 6500/min und beschränkte sich damit bewusst auf 95 PS, um dem Regelwerk für die Führerschein-Kategorie A2 zu entsprechen. Mit dem Euro 4-Update darf die neu 1090 Adventure ­genannte KTM nun ungebremst hochdrehen.

 

Kopfsache

 

Gegenüber ihrer Vorgängerin gab’s für die 1050 cm3 starke 1090 Adventure in erster Linie neue Nockenwellen im Zylinderkopf – also andere Steuerzeiten – und ein angepasstes Mapping. So wurde das bisher beschnittene Leistungsband ihres 75 °-V2 bis 10 000/min ausgebaut und die Maximalleistung auf 125 PS angehoben. Ansonsten blieb abgesehen von der Lackierung das Meiste beim Alten. So verfügt die kleine Schwester der 1290 Super Adventure S über Ride-by Wire, drei Fahrmodi, Traktionskontrolle, eine Rutschkupplung, einen in der Höhe einstellbaren Windabweiser, Handschützer und unauffällige Kofferhalter.

 

Klassischer Allrounder

 

Auf Sizilien hatte ich die Gelegenheit, die 1090 ausgiebig auszufahren. Selbst nach dem direkten Wechsel von der kraftvollen und hochmodernen 1290 auf die knapp 4000 Franken günstigere «kleine» Adventure fühlte sich diese nie minderwertig an. Sie bietet alles, was man braucht. Sie ist vielleicht nicht der letzte Entwicklungsschritt, ist aber doch hochwertig. Mit schmäleren Rädern und 10 kg Gewichtsvorteil fühlt sie sich spielerischer an und hat nun für alle Situationen ausreichend Dampf. Drängte die Vorgängerin mit gekapptem Drehzahlband zu frühem Schalten, kann es mit der 1090 auch sportlicher angegangen werden. Im untersten Drehzahlband geht sie vielleicht nicht mehr ganz so kraftvoll ans Werk wie die 1050, wartet dafür stets mit Reserven auf und ist zur ernstzunehmenden Alltags- und Reise­enduro geworden.

 

Keep it simple

 

Die 1050 machte bisher nur 15 Prozent der KTM-Adventure-Verkäufe in der Schweiz aus, im Ausland war ihr Anteil deutlich grös­ser. Auch die vernünftige 1090 Adventure ist kein typisches Fahrzeug für den Schweizer Markt, in dem sich Highend-Produkte überdurchschnittlich gut verkaufen. Dennoch ist sie eine gute, simple Allrounderin, die sich im vielseitigen Zubehörprogramm etwa mit Kofferset (CHF 1149.–), Offroad-Modi für ABS und Traktionskontrolle (Off­road-­Pack für CHF 336.–), Ergositzbank (CHF 287.–) und unzähligen Powerparts individuell erweitern lässt. Ob sie mit 125 PS in der Schweiz besser ankommt?

 

Platz für Neue

 

Die Leistungsanhebung der kleinen Adventure hat auch den Hintergrund, dass die KTM Adventure-Familie Zuwachs erwartet: Eine 790 Adventure folgt 2018 und die 390 Adventure wird auch bald erwartet.

««zurück
NEU! ePaper hier lesen!

Newsletter abonnieren

* Pflichtfeld